RuneAudio auf RPI installieren

RuneAudio RuneAudio

In diesem Beitrag möchte ich zeigen wie man RuneAudio auf einem RaspberryPi Modell B+ installiert.

Zielsetzung ist die verlustfreie Wiedergabe von Audiodateien. Hierfür habe ich einige alte CDs von mir mit dem Free Lossless Audio Codec (FLAC) gerippt. Da ich zwar diese Dateien auch über den VU+-Receiver wiedergeben könnte, dafür aber der Fernseher immer eingeschaltet sein muss, habe ich nach einer Alternative gesucht und diese auch gefunden: RuneAudio.

Es gibt noch eine Vielzahl andere Ableger wie z. B. Volumio oder PI Musicbox. Diese haben sich in meinen Tests für meinen Anwendungsfall als weniger praktikabel erwiesen. Zudem sind die Frontend-Entwickler von Volumio alle zu RuneAudio gewechselt.

In vielen Blog-Beiträgen findet man Systeme die den Audioausgang (mittels Klinkenstecker) des RPI verwenden. Dieser hat aber eine sehr schlechte Klagqualität. Andere verwenden teure externe USB-Soundkarte. Meiner Meinung nach ist das absolut nicht erforderlich.

Es gibt zwei kostengünstige Ansätze:

Variante A: Nutzung des HDMI-Ausgangs am RPI.

Wer einen modernen AV-Receiver besitzt, der kann die Audioausgabe über HDMI laufen lassen. Dies funktioniert recht gut. Wobei ich festgestellt habe, dass der Ton übersteuert und dieser über die Kommandozeile mit dem Alsamixer eingestellt werden muss. Für mich nicht akzeptabel.

Variante B: Audiointerface Digi+ für RPI

DigiPlus für RaspberryPi B+

Die Variante mit dem Digi+ Audiointerface ist etwas teurer (ca. 30 EUR), sorgt aber dafür, dass die Audiosignale 1:1 an den Receiver gelangen. Die Lautstärke kann nicht über den Alsamixer eingestellt werden. Der Anschluss an den AV-Receiver, Endstufe oder Verstärker erfolgt über S/PDIF (optisch oder coaxial).

Im Folgenden beschreibe ich zunächst die Installation der HDMI-Lösung und anschließend gehe ich noch einmal auf die Variante B mit dem Digi+ Audiointerface ein.

Die Installation von RuneAudio ist sehr einfach:

  1. Aktuelles Image von dieser Seite laden
  2. Entpacken und z. B. mit ApplePiBaker auf eine SD-Karte kopieren

Dann kann es eigentlich schon direkt losgehen.

Wer einen USB-WiFi-Dongle hat, der kann direkt in RuneAudio seine Zugangsdaten eingeben. In meinem Fall habe ich dies aber direkt auf Systemebene gemacht, da man so u. a. eine feste IP definieren kann. Und nicht vergessen die Powersafe-Funktion bei einem Edimax-WiFi-Dongle zu deaktivieren. Wie das funktioniert könnt ihr in diesem Beitrag nachlasen.

Was mir an RuneAudio besonders gefällt ist die Benutzungsoberfläche. Diese hat eine sehr gute Gebrauchstauglichkeit (Usability) und passt sich je nach Endgerät (iPad, iPhone) sehr gut an.

RuneAudio

Um die Audioausgabe über HDMI zu ermöglichen sind jedoch noch einige Einstellungen vorzunehmen:

RuneAudio - Einstellungen

Ich habe zusätzlich noch die Funktion „Volume control“ ausgeschaltet, da ich die Lautstärke lieber über meinen AV-Receiver steuere.

Um ein Clipping (Übersteuern) zu verhindern sollte die Lautstärke „hardware“-seitig heruntergesetzt werden. Hierfür loggt man sich über die Konsole ein und ruft den Alsamixer auf. Ich habe mich für einen Wert von 70 entschieden. In diesem Beitrag von CrazyAudio wurde für das Modell B+ ein Wert von 95% ermittelt. Dieser hat in meinem Fall jedoch auch zu einem Clipping geführt.

RuneAudio - Alsamixer

Anschließend sollten noch folgende Einträg in die /boot/config.txt eingetragen werden.

hdmi_drive=2
hdmi_group=1
hdmi_force_edid_audio=1
hdmi_force_hotplug=1

Anschließend kann noch folgender Befehl ausgeführt werden:

amixer cset numid=3 2

Für die Verwendung des Digi+ Audiointerfaces müssen die speziellen I2S Kernel-Module zuerst aktiviert werden.

RuneAudio - Digi+

Wer nur Lieder zur Playlist hinzufügen möchte, der kann sich RuneAudio auch als WebApp auf sein iOS-Gerät auf den Homescreen installieren. Sehr praktisch wie ich finde. Das sieht denn so aus:

RuneAudio iOS

Das hin und her schalten zwischen Library, Playback und Queue funktioniert ohne Probleme. Lediglich die Auswahl über das Menü öffnet Safari.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Musikhören in 1A-Qualität.

3 Comments

  1. Hallo,

    sehr interessanter Beitrag. Gibt es auch eine Intergration in FHEM?
    Was bedeutet Übersteuern am HDMI-Ausgang? Was sind ansonsten die Unterschiede? Bass? Lautstärke?

    Passt der Hifiberry in das Raspberry Pi Gehäuse?

    Kann man auch 5.1 Audiosysteme an einen Raspberry Pi anschließen?

    Gruß
    TWART016

    • Hallo Tim,

      die Audio-Ausgabe via HDMI erfolgt über den ALSA-Mixer und dieser führt irgendwie zur Übersteuerung.
      Der Hifiberry gibt das Signal quasi 1:1 raus. Ob es in ein Standard-Gehäuse passt kann ich leider nicht sagen, da ich meine Gehäuse alle selber baue. Zu 5.1 kann ich auch nichts sagen, da ich das Gerät ausschließlich zum Abspielen von FLAC-Dateien verwende. Habe in Foren gelesen, dass es mit OpenElec funktionieren soll… müsste man ausprobieren.
      Hoffe ich konnte Dir helfen. Vielleicht kann Du von Deinen Erfahrungen berichten.
      Viele Grüße
      Dennis

  2. Hallo,
    ich bin auf Lösungssuche für mein Playlist-Problem.
    Habe meine Windows-Playlisten umformatiert und in var/lib/mpd/playlists kopiert.
    Werden auch alle angezeigt und abgespielt, ABER sie sind total (!) durcheinander,
    weder alphabetisch, noch nach Erstellungsdatum (auf dem PI) sortiert.
    Und da es unter/für Playlisten keine Suchfunktion gibt, ist das bei >150 Listen mehr als lästig.

    Auch das fehlen (?) einer App für Android ist ärgerlich, da bei Bedienung über einen Browser dieser ständig mit seinen eigenen Bedienelementen dazwischen grätscht.

    Aber das nervigste ist das Playlistchaos, wenn man das beheben könnte ……

    Grüße,
    Rob

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